Die meisten Leser meines Blogs sind oder waren selbst als Betriebsrat tätig und kennen sich da bestens aus. Doch viele andere Menschen fragen mich immer wieder, was unterscheidet eigentlich einen Betriebsrat von der Gewerkschaft. Deshalb kläre ich mal auf.

Der Betriebsrat wird gewählt

Ein Betriebsrat vertritt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eines Unternehmens. Dazu wählen diese Kolleginnen und Kollegen ihres Unternehmens in den Betriebsrat. Dieser setzt sich dann im Unternehmen für ihre Rechte ein und handelt Betriebsvereinbarungen aus.

Einer Gewerkschaft tritt man als Mitglied bei

In Gewerkschaften sind dagegen nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Rentner, Studierende, Arbeitssuchende und weitere Personen organisiert. Jeder, der Mitglied ist, gehört also zur Gewerkschaft. Diese ist nicht für ein einzelnes Unternehmen, sondern für eine ganze Branche oder sogar mehrere zuständig. Gewerkschaften sind Tarifparteien und handeln mit einzelnen Arbeitgebern oder dem Arbeitgeberverband einer gesamten Branche Tarifverträge aus.

Es gibt aber auch einen Berührungspunkt beider Organisationen: Gewerkschaften unterstützen oft aktiv bei der Gründung eines Betriebsrates und bieten für die gewählten Gewerkschaften Seminare (unsere Seminare finden Sie übrigens hier) an.

Beides wird in einen Topf geworfen

Früher waren die Gewerkschaften die wichtigsten Interessensvertreter der Arbeitnehmer. Daher werden die Gewerkschaften auch heute noch manchmal mit den Betriebsräten in einen Topf geworfen. Tatsächlich gilt nach Paragraf 2 des Betriebsverfassungsgesetzes: „Arbeitgeber und Betriebsrat arbeiten unter Beachtung der geltenden Tarifverträge vertrauensvoll und im Zusammenwirken mit den im Betrieb vertretenen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen zum Wohl der Arbeitnehmer und des Betriebs zusammen“.

Es kann durchaus hilfreich sein, sich an eine Gewerkschaft zu wenden. Erfahrungen und Informationen nützen vor allen Dingen neu gegründeten Betriebsräten. Dagegen steht, dass Gewerkschaften erst ab einer bestimmten Mitgliederzahl in einem Betrieb tätig werden und deswegen erstmal Mitglieder geworben werden müssen. Auch der Arbeitgeber ist häufig nicht erfreut, wenn der Einfluss der Gewerkschaften im eigenen Unternehmen wächst.

Glückauf, Ihr
Andreas Galatas

 

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