HABA in der Umstruk­tu­rie­rung: Ein Drit­tel der Beleg­schaft muss gehen

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Die HABA FAMILYGROUP, ein bekann­tes Fami­li­en­un­ter­neh­men aus dem Land­kreis Coburg, steht seit über 85 Jah­ren für Qua­li­täts­pro­duk­te im Kin­der­seg­ment. Mit Mar­ken wie Haba, Haba Pro und Jako‑o hat sich das Unter­neh­men einen Namen gemacht. Aktu­ell befin­det es sich jedoch in einer Pha­se der Umstruk­tu­rie­rung, die sowohl Her­aus­for­de­run­gen als auch neue Mög­lich­kei­ten mit sich bringt.

Unter­neh­mens­um­struk­tu­rie­rung

Inmit­ten der größ­ten Umstruk­tu­rie­rung ihrer Geschich­te ist die HABA FAMILYGROUP in die vor­läu­fi­ge Eigen­ver­wal­tung über­ge­gan­gen. Die­ser Schritt soll eine finan­zi­el­le und struk­tu­rel­le Neu­aus­rich­tung ermög­li­chen. Zen­tral für die Neu­aus­rich­tung ist die Kon­zen­tra­ti­on auf Kern­be­rei­che wie Holz­spiel­wa­ren und Möbel, wäh­rend die Beklei­dungs­spar­te JAKO‑O ein­ge­stellt wird. Die­se Ent­schei­dung zielt dar­auf ab, das Unter­neh­men ange­sichts aktu­el­ler Her­aus­for­de­run­gen zu stär­ken und lang­fris­tig zu sichern.

Aus­wir­kun­gen auf Mit­ar­bei­ter und Gemeinde

Die Umstruk­tu­rie­rungs­maß­nah­men bei der HABA FAMILYGROUP haben tief­grei­fen­de Aus­wir­kun­gen auf die Mit­ar­bei­ter und die Gemein­de Bad Rodach. Beson­ders der ange­kün­dig­te Stel­len­ab­bau, der rund jeden drit­ten Arbeits­platz betrifft und somit etwa 600–700 der 1.800 Beschäf­tig­ten am Stand­ort Bad Rodach ein­schließt, sorgt für Unru­he. Die­se Ent­wick­lun­gen haben bei vie­len Ange­stell­ten, die dem Unter­neh­men oft über Gene­ra­tio­nen hin­weg die Treue gehal­ten haben, zu Ent­täu­schung und Sor­ge geführt. Die Beleg­schaft, die bis­her von einer hohen Loya­li­tät und einem tie­fen Ver­trau­ens­ver­hält­nis zum Unter­neh­men geprägt war, sieht sich nun mit einer unsi­che­ren Zukunft konfrontiert.

Die Aus­wir­kun­gen der Umstruk­tu­rie­rung rei­chen weit über die Unter­neh­mens­gren­zen hin­aus. In Bad Rodach, einer Gemein­de, die seit Jahr­zehn­ten eng mit HABA ver­bun­den ist, hat die Ankün­di­gung des Stel­len­ab­baus einen Schock aus­ge­löst. Es besteht die Hoff­nung, dass die anste­hen­den Ver­än­de­run­gen so sozi­al­ver­träg­lich wie mög­lich gestal­tet wer­den. Die tie­fen Wur­zeln des Unter­neh­mens in der loka­len Gemein­schaft machen die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen zu einem zen­tra­len Gesprächs­the­ma, das die gan­ze Regi­on betrifft.

In die­sem Kon­text steht die Unter­neh­mens­lei­tung vor der Her­aus­for­de­rung, einen Aus­gleich zwi­schen den betriebs­wirt­schaft­li­chen Not­wen­dig­kei­ten und der sozia­len Ver­ant­wor­tung gegen­über den Mit­ar­bei­tern und der Gemein­de zu finden.

Kri­tik und Zukunftspläne

Die gegen­wär­ti­ge Kri­se bei der HABA FAMILYGROUP ist durch­setzt mit kri­ti­schen Stim­men, die stra­te­gi­sche Fehl­ent­schei­dun­gen in der Ver­gan­gen­heit anpran­gern. Eini­ge Ent­schei­dun­gen wur­den von der aktu­el­len Unter­neh­mens­lei­tung als feh­ler­haft ein­ge­stan­den, was zu wesent­li­chen Neu­be­set­zun­gen in der Füh­rungs­ebe­ne geführt hat. Die­se Offen­heit in der Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein wich­ti­ger Schritt, um das Ver­trau­en der Beleg­schaft und der Öffent­lich­keit zurück­zu­ge­win­nen und den Weg für eine posi­ti­ve Zukunft zu ebnen.

Trotz der her­aus­for­dern­den Umstän­de bleibt ein Opti­mis­mus für die Zukunft des Unter­neh­mens bestehen. Mit der Hin­zu­zie­hung einer Unter­neh­mens­be­ra­tung wird an einem umfas­sen­den Kon­zept für eine erfolg­rei­che Umstruk­tu­rie­rung gear­bei­tet. Die Hoff­nung liegt dar­in, dass durch die Zusam­men­ar­beit mit dem Betriebs­rat und den Mit­ar­bei­tern ein effek­ti­ver Weg aus der Kri­se gefun­den wer­den kann. Es besteht das Bestre­ben, das Unter­neh­men durch die­se tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen zu navi­gie­ren und es wie­der auf einen sta­bi­len und erfolg­rei­chen Kurs zu bringen.

Die Neu­aus­rich­tung kon­zen­triert sich dar­auf, das Kern­ge­schäft mit Spiel­wa­ren und Kin­der­aus­stat­tun­gen zu stär­ken und dabei die Bedürf­nis­se der Mit­ar­bei­ter und der loka­len Gemein­schaft zu berück­sich­ti­gen. Die Zukunfts­vi­si­on von HABA beinhal­tet die Wie­der­erlan­gung sei­ner star­ken Markt­po­si­ti­on, indem das Unter­neh­men sich auf sei­ne bewähr­ten Stär­ken besinnt und gleich­zei­tig inno­va­ti­ve Ansät­ze zur Bewäl­ti­gung der aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen entwickelt.

Die­se Pha­se der Trans­for­ma­ti­on ist zwei­fel­los eine der schwie­rigs­ten in der Geschich­te des Unter­neh­mens. Doch sie bie­tet auch die Gele­gen­heit, struk­tu­rel­le Schwä­chen anzu­ge­hen, das Ver­trau­en der Beleg­schaft zu stär­ken und eine neue Ära der Inno­va­ti­on und Sta­bi­li­tät einzuleiten.

Fazit

Die HABA FAMILYGROUP steht vor einer ent­schei­den­den Wen­de. Wäh­rend die Umstruk­tu­rie­rung eine enor­me Her­aus­for­de­rung dar­stellt, bie­tet sie auch die Mög­lich­keit für einen Neu­an­fang. Die nächs­ten Mona­te wer­den zei­gen, wie effek­tiv das Unter­neh­men die Kri­se meis­tert und wel­che Rol­le es künf­tig im Bereich der Kin­der­pro­duk­te ein­neh­men wird. Die Zukunft von HABA hängt davon ab, wie es gelingt, die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen in Chan­cen für Wachs­tum und Erneue­rung umzu­wan­deln, und wie es die Loya­li­tät sei­ner Mit­ar­bei­ter und der Gemein­de dabei bewah­ren kann.

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