Man standing beside people sitting beside table with laptops

Vom For­mie­ren zum Per­for­men: Erfolg­rei­che Team­ent­wick­lung im Betriebsrat

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In der dyna­mi­schen Welt der Betriebs­rä­te ist die Team­ent­wick­lung nicht nur ein Schlag­wort, son­dern eine essen­zi­el­le Grund­la­ge für Erfolg und Effek­ti­vi­tät. Stel­len Sie sich vor, Sie betre­ten einen Raum vol­ler neu­er Gesich­ter – jeder mit eige­nen Ideen, Erwar­tun­gen und dem gemein­sa­men Ziel, die Arbeits­welt posi­tiv zu gestal­ten. Genau hier beginnt die span­nen­de Rei­se eines jeden neu­en Betriebsrats.

Die For­mie­rung eines Betriebs­rats gleicht dem Zusam­men­set­zen eines Puz­zles: Jedes Teil muss sei­nen Platz fin­den, damit das Gesamt­bild stimmt. Die­se Rei­se durch ver­schie­de­ne Ent­wick­lungs­pha­sen ist nicht immer ein­fach, aber uner­läss­lich für ein star­kes und effek­ti­ves Team. Ein wert­vol­les Werk­zeug auf die­sem Weg ist das Tuck­man-Modell. Ent­wi­ckelt 1965 von Bruce Tuck­man, skiz­ziert es eine Rei­se durch vier Schlüs­sel­pha­sen: Forming, Stor­ming, Nor­ming und Per­forming.

Die­ser Arti­kel führt Sie durch die­se Pha­sen und beleuch­tet, wie neu­ge­wähl­te Betriebs­rä­te sie nut­zen kön­nen, um nicht nur gemein­sa­me Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern, son­dern auch ein Umfeld der Zusam­men­ar­beit und des Ver­trau­ens zu schaf­fen. Las­sen Sie uns gemein­sam erkun­den, wie die­ser Weg, obwohl manch­mal stei­nig, letzt­lich zu einem ziel­stre­bi­gen und har­mo­ni­schen Team füh­ren kann.

Im Fol­gen­den tau­chen wir in die ers­te Pha­se ein, die For­mie­rungs­pha­se, in der die Grund­stei­ne für die zukünf­ti­ge Zusam­men­ar­beit gelegt werden.

For­mie­rungs­pha­se

Will­kom­men in der For­mie­rungs­pha­se, dem ers­ten Schritt auf unse­rer Rei­se durch die Team­ent­wick­lung. In die­ser Pha­se, die oft als Ken­nen­lern­pha­se beschrie­ben wird, kom­men die Mit­glie­der des Betriebs­rats zum ers­ten Mal zusam­men. Es ist eine Zeit vol­ler Erwar­tun­gen und Vor­sicht, in der jeder sei­nen Platz im Team sucht.

In die­sem Sta­di­um ist die Atmo­sphä­re oft geprägt von Höf­lich­keit und einem gewis­sen Abtas­ten. Team­mit­glie­der sind in der Regel vor­sich­tig und nei­gen dazu, sich auf siche­re, unkon­tro­ver­se The­men zu kon­zen­trie­ren. Doch genau hier liegt die Chan­ce, eine soli­de Basis für zukünf­ti­ge Inter­ak­tio­nen zu schaf­fen. Eine offe­ne und posi­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on ist das A und O, um eine Ver­trau­ens­grund­la­ge zu legen.

Für Betriebs­rä­te ist es wich­tig, in die­ser Pha­se kla­re Zie­le und Rich­tun­gen zu set­zen. Eine kla­re Vor­stel­lung davon, was erreicht wer­den soll und wie jeder dazu bei­tra­gen kann, hilft, Unsi­cher­hei­ten zu redu­zie­ren und ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis zu för­dern. Gleich­zei­tig soll­te Raum für indi­vi­du­el­le Stär­ken und Per­spek­ti­ven geschaf­fen wer­den, um die Viel­falt im Team zu nutzen.

Ein effek­ti­ver Team­lei­ter spielt in der For­mie­rungs­pha­se eine ent­schei­den­de Rol­le. Er oder sie soll­te eine Atmo­sphä­re schaf­fen, in der sich jedes Mit­glied wert­ge­schätzt und gehört fühlt. Ein­füh­rungs­run­den, Team­buil­ding-Akti­vi­tä­ten oder gemein­sa­me Work­shops kön­nen hel­fen, das Eis zu bre­chen und ein Gefühl der Zusam­men­ge­hö­rig­keit zu entwickeln.

In die­ser Pha­se ist es nor­mal, dass noch kei­ne gro­ßen Ent­schei­dun­gen getrof­fen oder Kon­flik­te aus­ge­tra­gen wer­den. Es geht viel­mehr dar­um, ein Fun­da­ment für die zukünf­ti­ge Team­ar­beit zu legen. Den­ken Sie dar­an: Ein star­kes Haus beginnt mit einem soli­den Fun­da­ment. Genau­so ver­hält es sich mit einem Betriebs­rats­team, das auf dem Weg zur Höchst­leis­tung ist.

Im nächs­ten Abschnitt wen­den wir uns der Sturm­pha­se zu, einer Pha­se, die oft als die her­aus­for­dernds­te, aber auch als eine der wich­tigs­ten Etap­pen der Team­ent­wick­lung ange­se­hen wird.

Sturm­pha­se

Nun betre­ten wir die Sturm­pha­se, ein unver­meid­li­ches und ent­schei­den­des Sta­di­um in der Ent­wick­lung eines jeden Teams. Hier begin­nen die ers­ten Wel­len zu schla­gen. Die anfäng­li­che Zurück­hal­tung weicht Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten und Kon­flik­ten, da jedes Team­mit­glied beginnt, sei­ne eige­ne Stim­me zu fin­den und zu nutzen.

In die­ser Pha­se zei­gen sich die indi­vi­du­el­len Per­sön­lich­kei­ten und Arbeits­sti­le deut­li­cher, was zu Rei­bun­gen und Span­nun­gen füh­ren kann. Es ist jedoch wich­tig zu ver­ste­hen, dass die­se Kon­flik­te nicht nur nor­mal, son­dern auch not­wen­dig sind. Sie sind ein Zei­chen dafür, dass sich das Team ent­wi­ckelt, sich mit rea­len Pro­ble­men aus­ein­an­der­setzt und nach Lösun­gen sucht.

Für einen Betriebs­rat ist es ent­schei­dend, die­se Pha­se nicht als Schei­tern, son­dern als Chan­ce zur Wei­ter­ent­wick­lung zu sehen. Es geht dar­um, einen kon­struk­ti­ven Umgang mit Kon­flik­ten zu fin­den. Hier­bei sind offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, akti­ves Zuhö­ren und gegen­sei­ti­ger Respekt uner­läss­lich. Ein Betriebs­rat, der in der Lage ist, die­se Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern, wird gestärkt und ver­eint aus ihnen hervorgehen.

In der Sturm­pha­se ist eine effek­ti­ve Mode­ra­ti­on durch den Team­lei­ter oder exter­ne Bera­ter oft hilf­reich. Ziel soll­te es sein, ein Umfeld zu schaf­fen, in dem unter­schied­li­che Mei­nun­gen geäu­ßert und gehört wer­den kön­nen, ohne dass es zu per­sön­li­chen Kon­flik­ten kommt. Metho­den wie Media­ti­on oder Team­work­shops kön­nen dabei unter­stüt­zen, die ver­schie­de­nen Stand­punk­te zu ver­ste­hen und gemein­sa­me Lösun­gen zu finden.

Obwohl die­se Pha­se her­aus­for­dernd sein kann, legt sie den Grund­stein für ein tie­fes Ver­ständ­nis und eine star­ke Bin­dung inner­halb des Teams. Wenn die­se Stür­me über­wun­den sind, steht das Team stär­ker da, bereit für die nächs­te Pha­se der Team­ent­wick­lung: die Nor­mie­rungs­pha­se, in der das Team beginnt, har­mo­nisch zusammenzuarbeiten.

Nor­mie­rungs­pha­se

Nach den Her­aus­for­de­run­gen der Sturm­pha­se errei­chen wir nun die Nor­mie­rungs­pha­se, in der das Team beginnt, sich zu sta­bi­li­sie­ren und effek­ti­ver zusam­men­zu­ar­bei­ten. Dies ist die Zeit der Kon­so­li­die­rung, in der das Team lernt, Kon­flik­te zu bewäl­ti­gen und einen gemein­sa­men Arbeits­stil zu entwickeln.

In die­ser Pha­se ent­ste­hen gemein­sa­me Nor­men und Ver­ein­ba­run­gen, die die Basis für die zukünf­ti­ge Zusam­men­ar­beit bil­den. Die Team­mit­glie­der ver­ste­hen nun bes­ser, wie sie ihre Stär­ken ergän­zend ein­set­zen kön­nen, und begin­nen, ein­an­der zu respek­tie­ren und zu schät­zen. Es ent­wi­ckelt sich eine Team­kul­tur, die von Koope­ra­ti­on und gegen­sei­ti­gem Ver­ständ­nis geprägt ist.

Für Betriebs­rä­te ist es wich­tig, in die­ser Pha­se aktiv an der Gestal­tung die­ser Nor­men und der Team­kul­tur mit­zu­wir­ken. Eine offe­ne Dis­kus­si­on über Wer­te, Erwar­tun­gen und Arbeits­wei­sen hilft dabei, ein star­kes Fun­da­ment für die Zukunft zu legen. Auch das Fest­le­gen von kla­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­gen und Ent­schei­dungs­pro­zes­sen ist in die­ser Pha­se entscheidend.

Die Rol­le des Team­lei­ters ver­än­dert sich in der Nor­mie­rungs­pha­se. Wäh­rend in der Sturm­pha­se oft eine akti­ve Mode­ra­ti­on nötig war, geht es jetzt dar­um, das Team zu ermäch­ti­gen und Eigen­in­itia­ti­ve zu för­dern. Der Lei­ter unter­stützt das Team dabei, eige­ne Lösun­gen zu fin­den und Ver­ant­wor­tung zu übernehmen.

In die­ser Pha­se spürt das Team eine wach­sen­de Zusam­men­ge­hö­rig­keit und Effi­zi­enz. Die zuvor erleb­ten Kon­flik­te haben zu einem tie­fe­ren Ver­ständ­nis und einer stär­ke­ren Bin­dung geführt. Das Team ist nun bereit für die letz­te Pha­se der Team­ent­wick­lung: die Leis­tungs­pha­se, in der das Team sein vol­les Poten­zi­al ent­fal­tet und hohe Leis­tung erbringt.

Leis­tungs­pha­se

Die Leis­tungs­pha­se mar­kiert den Höhe­punkt der Team­ent­wick­lung, in der das Team sei­ne vol­le Effek­ti­vi­tät und Pro­duk­ti­vi­tät erreicht. In die­ser Pha­se arbei­tet der Betriebs­rat wie ein gut geöl­tes Uhr­werk – effi­zi­ent, selbst­stän­dig und ziel­ori­en­tiert. Es ist die Pha­se, in der die zuvor inves­tier­te Zeit und Ener­gie in kon­kre­te, posi­ti­ve Ergeb­nis­se umge­setzt werden.

In der Leis­tungs­pha­se zeich­nen sich Teams durch hohe Selbst­stän­dig­keit, Krea­ti­vi­tät und Lösungs­ori­en­tie­rung aus. Die Mit­glie­der ver­trau­en ein­an­der, Kon­flik­te wer­den effek­tiv und kon­struk­tiv gelöst, und die Grup­pen­dy­na­mik för­dert Spit­zen­leis­tun­gen. Die­se Pha­se ist gekenn­zeich­net durch ein tie­fes Ver­ständ­nis der Team­mit­glie­der für­ein­an­der und eine star­ke Fokus­sie­rung auf die gemein­sa­men Ziele.

Für Betriebs­rä­te bedeu­tet die­se Pha­se, dass sie in der Lage sind, kom­ple­xe Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen und inno­va­ti­ve Lösun­gen für die Beleg­schaft zu ent­wi­ckeln. Die in den vor­he­ri­gen Pha­sen ent­wi­ckel­ten Fähig­kei­ten und das Ver­ständ­nis ermög­li­chen es dem Team, effi­zi­ent zu arbei­ten und signi­fi­kan­te Bei­trä­ge für das Unter­neh­men und sei­ne Mit­ar­bei­ter zu leisten.

In die­ser Pha­se ist es wich­tig, die Moti­va­ti­on und das Enga­ge­ment des Teams auf­recht­zu­er­hal­ten. Der Team­lei­ter soll­te wei­ter­hin unter­stüt­zen und för­dern, aber auch Raum für Auto­no­mie und Eigen­in­itia­ti­ve las­sen. Aner­ken­nung und Wert­schät­zung für die geleis­te­te Arbeit spie­len eine ent­schei­den­de Rol­le, um die Moti­va­ti­on hochzuhalten.

Die Leis­tungs­pha­se ist nicht nur das End­ziel der Team­ent­wick­lung, son­dern auch ein fort­lau­fen­der Pro­zess. Es gilt, die erreich­te Leis­tungs­fä­hig­keit zu erhal­ten und kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Der Betriebs­rat soll­te stets bestrebt sein, die Arbeits­wei­se zu ver­bes­sern und sich neu­en Her­aus­for­de­run­gen zu stellen.

Schluss­fol­ge­rung

Unse­re Rei­se durch die Pha­sen der Team­ent­wick­lung im Betriebs­rat endet hier, aber die eigent­li­che Rei­se Ihres Teams hat gera­de erst begon­nen. Jede Pha­se – vom For­mie­ren bis zum Per­for­men – bie­tet ein­zig­ar­ti­ge Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen. Das Ver­ständ­nis und die erfolg­rei­che Navi­ga­ti­on durch die­se Pha­sen sind ent­schei­dend für die Bil­dung eines effek­ti­ven und har­mo­ni­schen Betriebsrats.

Erin­nern Sie sich dar­an, dass jede Pha­se ihre Zeit braucht und dass Kon­flik­te und Her­aus­for­de­run­gen Teil des Wachs­tums­pro­zes­ses sind. Nut­zen Sie die Erkennt­nis­se aus jeder Pha­se, um Ihr Team zu stär­ken und die Zie­le Ihres Betriebs­rats zu errei­chen. Das Tuck­man-Modell ist mehr als nur eine Theo­rie – es ist ein prak­ti­scher Leit­fa­den, der Sie und Ihr Team auf dem Weg zu außer­ge­wöhn­li­chen Leis­tun­gen unterstützt.

Bli­cken Sie also mutig nach vor­ne, bereit, die Her­aus­for­de­run­gen anzu­neh­men und die Chan­cen zu ergrei­fen, die jede Pha­se der Team­ent­wick­lung bie­tet. Ihr Weg mag viel­leicht nicht immer ein­fach sein, aber er wird zwei­fel­los loh­nend sein.

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