Weltweit ist seit einigen Jahren ein rätselhaftes Bienensterben zu verzeichnen. Deutschlandweit gibt es nur noch etwa 800.000 Bienenvölker, da auch hier das Bienensterben immer mehr zunimmt. Das finde ich sehr schlimm, denn eine Welt ohne Bienen wäre undenkbar für unsere biologische Artenvielfalt und damit letzten Endes für unser Überleben. Das Bienensterben ist ein Spiegelbild des Zustands unserer Umwelt und Gesellschaft.

Gleichzeitig sprechen mich immer mal wieder Betriebsräte oder andere Arbeitnehmer darauf an, dass ihr Unternehmen darauf drängt nachhaltiger zu werden, weil sich sonst Fachkräfte oder Nachwuchs vermehrt für andere, nachhaltigere Arbeitgeber entscheiden.

Wie wäre es denn damit beide Punkte miteinander zu kombinieren? Mittlerweile sind überall in Deutschland Startups (Summasummarum, Bee-Rent, miet a Bee, Citybienen, Stadtbienen usw.) aus dem Boden geschossen, die ganze Bienenvölker, mit bis zu 50.000 Bienen, an Unternehmen vermieten. Vor Ort kümmern sich dann zunächst Imker fachmännisch um die Tiere, um ihre Gesunderhaltung und die Wintervorbereitungen. Langfristiges Ziel ist es aber, dass mit der Zeit Mitarbeiter Lust haben, sich selbst um die Bienen zu kümmern. Zur Aufstellung der Bienenboxen bieten sich übrigens meist Flachdächer oder Dachterrassen an, aber auch andere Stellplätze sind realisierbar.

Die Unternehmen punkten mit diesem Engagement beim Thema Nachhaltigkeit, bieten ihren Kunden und Besuchern aber gleichzeitig einen ungewöhnlichen Hingucker sowie mit der Zeit vielleicht sogar mit einem eigens hergestellten Honig als Präsent.

Und ganz wichtig: Bienen sind Angestellte, von denen der eine oder andere Unternehmer träumt: Sie sind ständig im Einsatz, machen kostenlose Überstunden, beschweren sich nie, liefern pünktlich ab und verlangen weder Urlaub noch Gehaltserhöhungen.

Ich finde – wenn auch nicht aus diesem Grund – jedes Unternehmen braucht sein eigenes Bienenvolk!

Glückauf, Ihr
Andreas Galatas

 

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